Liebe Leserinnen und Leser,

zukünftig findet Ihr hier die Tageslosung und am Montag jeweils ein "Wort für die Woche" aus unserer Gemeinde.

Wir würden uns freuen, wenn Ihr uns treu bleibt.

Gutes Wort zum Montag (13. September 2021)

„Sorgen quälen und werden mir zu groß.“ (Wortlaute 74, 1)

Das Bibelwort für diese Woche steht im 1. Petrusbrief und lautet:

Alle Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!

 

Liebe Leserin, lieber Leser! Liebe Gemeinde!
Martin Luther schreibt am 27. Juni 1530 an seinen Freund Philipp Melanchthon: „Deinen jämmerlichen Sorgen, von denen du, wie du schreibst, verzehrt wirst, bin ich von Herzen feind. Dass sie in deinem Herzen so herrschen, kommt nicht von der Größe der Sache, sondern von der Größe unseres Unglaubens.“
Nicht wahr, das sind sehr harte Worte!? Erst recht, wenn man weiß, um was es seinerzeit ging: Um den Reichstag zu Augsburg, auf dem der Kaiser den Streit zwischen Katholiken und Protestanten gütlich beilegen wollte. Und um Philipp Melanchthons große Schrift „Confessio Augustana“, die erklären sollte, dass der „neue“ Glaube auf dem Boden der Bibel gewachsen ist und sich mit den Grundsätzen der Kirche vereinbaren lässt – ein Buch übrigens, das noch heute zu den wichtigsten Bekenntnisschriften unserer Kirche zählt.
Wie klein wirken dagegen so manche unserer Sorgen! Und doch nehmen sie unsere Herzen gefangen, lassen uns an nichts anderes mehr denken, lähmen uns, machen uns handlungsunfähig. Wir möchten sie wegwerfen, abladen, jemandem vor die Füße werfen.
Der Verfasser unseres Wochenspruchs sagt: Genau dazu bietet Gott sich an. „Alle eure Sorge werft auf ihn.“ – Wie das gehen soll? Ich denke: Erst einmal darüber reden. So wie einem menschlichen Gegenüber Gott erzählen, was einen bedrückt; auch wenn – wie es die Jahreslosung für 2020 ausdrückte – unsere Zweifel größer scheinen als unser Glaube. Und wenn einem die eigenen Worte fehlen, dann mag so mancher Psalm mit tiefen Worten einspringen, der die eigene Lebenssituation betend prägnant beschreibt und vor Gott bringt.
Vielleicht hilft uns aber auch die Lektüre von Vetrauensgeschichten weiter!? Von Jesus etwa, der in einem Boot schläft, obwohl ein Sturm tobt. Von den Vögeln unter dem Himmel, die leben, obwohl sie nicht säen oder ernten. Vom morgigen Tag, der für das Seine sorgen wird.
Überlegen wir doch einmal in Ruhe, welche „Sorgen-Persönlichkeiten“ wir sind. Hängt es nicht vielleicht auch von den Erfahrungen ab, die einer gemacht hat, ob  er sich viel oder wenig sorgt, ob er die Sorgen Gott überlassen kann oder nicht? Wer nach dem Krieg in Mangel und Not die wenigen Siebensachen zusammenhalten musste, der wird sich viel eher bange Gedanken machen als einer, der nur volle Regale im Supermarkt kennt. Wer als Kind immer nur gesagt bekam: „Pass auf! Sei vorsichtig!“, der wird sich auch als erwachsener Mensch eher sorgen als jemand, dem man Mut zugesprochen hat.
Den eigenen „Sorge-Grenzwert“ zu kennen, heißt auch, realistischer mit sich umgehen zu können, um dann wieder zum Gottvertrauen zu finden. Dazu ermutigt übrigens auch Martin Luther seinen Freund Philipp Melanchthon im eingangs zitierten Brief: „Warum quälst du dich so beständig und ohne Ruhe? Wirf deine Sorge auf den Herrn! Der Herr ist nahe allen, die bekümmerten Herzens sind, allen die ihn anrufen.“


(Wir lesen, singen, summen oder sprechen:)


Lied: Seid nicht bekümmert (Text und Melodie: Kommunität Gnadenthal)


(Refrain:) Seid nicht bekümmert, seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke! Seid nicht bekümmert, seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Kraft!


Jesus, der auferstandene Herr, ist in eurer Mitte. Jesus, der auferstandene Herr, er ist unter euch. (Refrain)
Jesus, der auferstandene Herr, führt euch seine Wege. Jesus, der auferstandene Herr, geht euch stets voran. (Refrain)


Jesus, der auferstandene Herr, sendet seine Engel. Jesus, der auferstandene Herr, kämpft und siegt in euch. (Refrain)


Bleibt / Bleiben Sie gesund und behütet!
Euer / Ihr Horst Uerpmann